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Antye Guenther & Alfons Knogl

​MIB, Künstlerhaus Schloss Balmoral, Bad Ems
November 18 — February 4, 2018

Curated by Lotte Dinse

Es geht um die Dinge, die uns umgeben und mit denen wir uns umgeben, weil wir sie brauchen oder schön finden, weil sie Teil unserer Vorstellung von uns selbst sind. Sie zirkulieren rund um den Globus, werden von einem Punkt zum anderen gebracht. Herstellen, verkaufen und kaufen können an unterschiedlichen Orten der Welt stattfinden. Die Benennung der meisten Dinge beruht auf Überein- stimmung. Material, Verarbeitung, Funktion und Verwen- dung bestimmen die Dauer und den Wert der Dinge. Wie gehen wir mit ihnen um, wie viel Zeit widmen wir ihnen, wofür schätzen wir sie? Und wie betrachten wir sie? Mate- rialität, Oberfläche und Form auf der einen Seite. Funk- tion, Zuschreibungen und Vorstellungen auf der anderen Seite. Viele Dinge dienen als Projektionsflächen für unse- re Wünsche und Sehnsüchte. Es wohnt ihnen ein Verspre- chen inne. Sneakers, die uns ermutigen, das zu tun, was wir wirklich wollen. Es ist ein gutes Gefühl, solche Schuhe zu tragen. Unsere Füße tragen uns durchschnittlich vier- mal in unserem Leben um den Globus. Wir schreiben das Jahr 2017. Wir befinden uns auf der Erde. Athen, Archäologisches Nationalmuseum. Wir blicken auf Dinge, die fast 3000 Jahre alt sind. Skulpturen, die das antike Verständnis von Schönheit und ein klassisches Menschenbild zum Ausdruck bringen. Die Zeit hinterlässt reparable Spuren. Fehlstellen im Marmor werden mit Kon- struktionen aus Plexiglas ersetzt. Die Frage nach dem ide- alen Maß, dem idealen Körper steht im Raum. Die Frage nach hybriden Formen. Jülich, Supercomputing Centre. Das System, das den Arbeitsspeicher eines Großrechners kühlt, hat die Form menschlicher Gedärme. Wie viel Ma- schine steckt im Menschen, wie viel Mensch steckt in der Maschine – eine Frage der Gestaltung, der Ethik, der Zu- kunft. Wie viel Zukunft steckt in einem Material? Wer wird über die Dinge sprechen, die uns überdauern? Wie sie be- zeichnet werden und wer sie hergestellt hat, ist aus Sicht der Entdecker noch unbekannt. Man weiß nichts über ihre ursprüngliche Funktion. Stellen wir uns das Jahr 4517 vor. Die Dinge befinden sich im freien Fall.

List of works:
Nothing comes with or without any relevance at all, 2017, clay, 400cm x 350cm
Another Quality, 2018, digital video, carpet, 480cm x 550cm

https://www.balmoral.de/index.php?id=19


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